Reaktionen

Reaktionsprotokoll für Beikost: Was du bei Verdacht auf eine Reaktion notieren solltest

Wenn nach einer Mahlzeit etwas passiert, verblassen die Details schnell. Hier sind die zehn Dinge, nach denen dein Kinderarzt oder Allergologe fragen wird, in einem Protokoll, das du ausdrucken oder auf dem Handy führen kannst.

Kurze Antwort

Notiere in einem Reaktionsprotokoll, was dein Baby gegessen hat (jede Zutat, wie viel und wie es zubereitet war), um wie viel Uhr es gegessen hat, wann das erste Symptom auftrat, was genau du gesehen hast und wo am Körper, wie lange es anhielt, was du getan hast und ob dein Baby dieses Lebensmittel schon einmal hatte. Mach nach Möglichkeit ein Foto. Nach genau diesen Details wird ein Arzt fragen (der US-Kinderärzteverband American Academy of Pediatrics nennt das verdächtige Lebensmittel, wie lange nach dem Essen die Symptome begannen, wie stark sie waren, wie lange sie anhielten und welche Behandlung nötig war), und genau diese Details geraten als Erstes in Vergessenheit.

Zuerst: Ist das ein Notfall?

Wähle die örtliche Notrufnummer (z. B. 112, 911, 999 oder 000) bei Atemnot, pfeifender oder geräuschvoller Atmung, Schwellungen an Lippen, Zunge oder Rachen, großflächigem Nesselausschlag mit Erbrechen oder wenn dein Baby blass, schlaff oder nicht mehr ansprechbar wird. Wenn dir ein Adrenalin-Autoinjektor (Adrenalin-Pen) verschrieben wurde, wende ihn wie angewiesen an. Das Protokoll schreibst du erst danach.

Die 10 Dinge, die du notieren solltest

  1. Das Lebensmittel. Jede Zutat der Mahlzeit, bei abgepackten Produkten die Marke und wie es zubereitet war (roh, gebacken, als Rührei, ein Hauch Erdnussbutter).
  2. Wie viel. Eine Kostprobe, ein paar Löffel, eine ganze Portion.
  3. Wann dein Baby gegessen hat. Die Uhrzeit, zu der die Mahlzeit begann.
  4. Wann das erste Symptom auftrat. „10 Minuten danach“, „etwa 3 Stunden später“. Der zeitliche Ablauf hilft dem Arzt, verschiedene Arten von Reaktionen zu unterscheiden.
  5. Was du gesehen hast. Sei konkret: erhabene Quaddeln oder flache Rötung? Nur um den Mund herum oder am Körper? Einmal erbrochen oder wiederholt? Husten, Niesen, Schwellungen?
  6. Wie lange es anhielt und ob es sich ausbreitete oder abklang.
  7. Was du getan hast. Gesicht abgewischt, ein vom Arzt empfohlenes Antihistaminikum gegeben, eine medizinische Beratungshotline angerufen, in die Notaufnahme gefahren.
  8. Fotos von Ausschlag oder Schwellungen, mit Uhrzeit.
  9. Bisherige Erfahrung mit diesem Lebensmittel. Zum ersten Mal? Schon einmal ohne Probleme gegessen? Schon einmal darauf reagiert?
  10. Was sonst noch los war. Eine Erkältung, Fieber, Zahnen, eine neue Seife oder Sonnencreme, eine kürzlich erfolgte Impfung.

Sofort oder verzögert? Warum der Zeitpunkt wichtig ist

Reaktionen, die innerhalb von Minuten bis zu ein paar Stunden nach dem Essen beginnen, etwa Nesselausschlag, Schwellungen oder Erbrechen, sind typisch für eine Lebensmittelallergie vom Soforttyp (IgE-vermittelt). Andere treten erst mehrere Stunden oder sogar Tage später auf und zeigen sich eher im Darm, auf der Haut oder beim Schlaf: Durchfall, Schleim oder Blut im Stuhl, Reflux, Ekzemschübe. Eine eigene, ernste Form der verzögerten Reaktion namens FPIES verursacht wiederholtes, oft heftiges Erbrechen einige Stunden nach dem auslösenden Lebensmittel. Die Zeitangaben in deinem Protokoll helfen dem Arzt herauszufinden, was davon am wahrscheinlichsten ist. Mehr dazu: Wie lange nach dem Essen kann eine Reaktion auftreten?

Reaktionsprotokoll zum Ausdrucken

Druck ein paar Exemplare aus und bewahre sie bei den Sachen deines Babys auf. Eine Seite pro Reaktion.

Datum
Lebensmittel & Zutaten
Marke / Zubereitung
Gegessene Menge
Uhrzeit der Mahlzeit
Uhrzeit des ersten Symptoms
Symptome (was & wo)
Wie lange es anhielt
Was wir getan haben
Foto gemacht?
Lebensmittel schon einmal gegessen?
Andere Faktoren (Krankheit, Zahnen …)
Nächster Stuhlgang & Schlaf
Arzt kontaktiert / Empfehlung

Nach einer Reaktion: So geht es weiter

  • Lass dieses Lebensmittel vorerst weg, bis du mit deinem Kinderarzt gesprochen hast, es sei denn, die Reaktion war eindeutig nur eine leichte Reizung und dein Arzt hat dir gesagt, dass das unbedenklich ist.
  • Ruf deinen Kinderarzt an, und zwar noch am selben Tag bei allem, was über eine leichte, kurz anhaltende Rötung hinausgeht. Nimm dein Protokoll und die Fotos mit.
  • Behalte den restlichen Speiseplan bei. Streich nicht „vorsichtshalber“ viele Lebensmittel auf einmal. Unnötige Einschränkungen machen es schwerer, Allergene im Speiseplan zu halten, und können die Nährstoffversorgung beeinträchtigen.
  • Führ das Protokoll weiter. Fortlaufende Aufzeichnungen zu Mahlzeiten, Schlaf und Stuhlgang helfen deinem Arzt, über die nächsten Schritte zu entscheiden, etwa einen Allergietest oder einen Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht.

Dein Reaktionsprotokoll in AllerLog führen

Da die Mahlzeit schon mit Uhrzeit und Zutaten eingetragen ist, ist das halbe Reaktionsprotokoll fertig, bevor überhaupt etwas passiert.

  1. Mahlzeit öffnenDu findest sie unter „Heute“ oder im „Verlauf“. Uhrzeit und Zutaten sind schon eingetragen.
  2. Aufschreiben, was passiert istBearbeite die Mahlzeit und ergänze in den Notizen die Symptome, den zeitlichen Ablauf und was du getan hast.
  3. Die Folgen bewertenTrag bei dieser Mahlzeit die Werte für Schlaf und Stuhlgang ein, sobald du weißt, wie die Nacht und die nächste Windel waren.
  4. Verdächtige Zutat markierenÖffne die Zutat und aktiviere Als Allergen markieren. Sie erscheint dann im Filter Allergene, und bei jeder künftigen Mahlzeit, die sie enthält, kommt eine Stunde später ein Check.
  5. Fotos mit der Kamera machenAllerLog speichert keine Fotos zu Mahlzeiten. Bewahre sie deshalb in deiner Fotos-App auf und notiere die Uhrzeit in der Mahlzeit.
AllerLog-Zutatenseite mit dem Schalter „Als Allergen markieren“ und der Liste der Mahlzeiten, die diese Zutat enthalten

Häufige Fragen

Soll ich das Lebensmittel noch einmal geben, um zu sehen, ob es wieder passiert?

Nicht ohne vorher mit deinem Kinderarzt zu sprechen, wenn bei der Reaktion Nesselausschlag, Schwellungen, Erbrechen oder Atembeschwerden auftraten. Ein vermutetes Allergen zu Hause erneut zu testen, kann riskant sein. Dein Arzt empfiehlt stattdessen möglicherweise Tests oder einen Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht.

Sollte ich eine Reaktion fotografieren?

Ja, wenn das gefahrlos möglich ist. Ausschläge und Quaddeln sind oft schon abgeklungen, bis du beim Arzt bist, daher ist ein deutliches Foto mit notierter Uhrzeit sehr hilfreich. Verzögere aber nie die Notfallversorgung, nur um ein Foto zu machen.

Muss ich auch leichte Reaktionen eintragen?

Ja. Ein kleiner Ausschlag oder ein einzelner dünner Stuhl hat vielleicht nichts zu bedeuten. Doch wenn es nach demselben Lebensmittel wieder passiert, macht erst deine frühere Notiz daraus ein Muster.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Recognizing and treating reaction symptoms — Food Allergy Research & Education (FARE)
  2. Food allergies in babies and young children — NHS
  3. Anaphylaxis — NHS
  4. Food allergies in children — American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org
  5. Food allergy: diagnosis — NHS

AllerLog ist ein Tracking- und Tagebuch-Tool, das dir und deinem Kinderarzt hilft, Muster zu erkennen. Es ist kein Medizinprodukt und dient nicht der Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Erkrankungen. Diese Seite bietet allgemeine Informationen und keine medizinische Beratung: Sprich immer mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal über die Ernährung, Allergien und Gesundheit deines Kindes. Wenn dein Kind nach dem Essen Atemprobleme, eine Schwellung von Gesicht oder Zunge, großflächigen Nesselausschlag oder wiederholtes Erbrechen hat oder schlapp oder blass wird, ruf sofort die örtliche Notrufnummer an.