Allergene

Tracker für die Allergen-Einführung: die 9 wichtigsten Allergene einführen und regelmäßig anbieten

Allergene einzuführen ist eine Aufgabe in zwei Teilen: jedes einzelne auf den Speiseplan bringen und es dann dort halten. Dieser Tracker deckt beides ab – mit einer Tabelle zum Ausdrucken und den Empfehlungen zum Zeitpunkt, auf denen sie beruht.

Kurze Antwort

Ein Tracker für die Allergen-Einführung hält für jedes der 9 wichtigsten Allergene zwei Dinge fest: die ersten Portionen (Datum, Menge, etwaige Reaktion) und ob es jede Woche noch auf dem Speiseplan steht. Führe die Allergene einzeln ein, bald nach dem Beikoststart, steigere jedes bis zu einer normalen Portion und behalte es dann mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan, wie es die australische Allergie-Fachgesellschaft ASCIA empfiehlt. Nutze die kostenlose Vorlage zum Ausdrucken unten oder lass eine App das Protokoll führen.

Die heutigen Empfehlungen haben sich stark vom Rat „lieber abwarten“ entfernt, mit dem viele von uns groß geworden sind. Fachgremien wie die US-Kinderärztevereinigung American Academy of Pediatrics (AAP), der britische Gesundheitsdienst NHS und ASCIA sind sich heute einig, dass es keinen Vorteil bringt, die häufigen Allergene hinauszuzögern, und dass es für die meisten Babys am besten ist, sie im ersten Lebensjahr einzuführen und dann auf dem Speiseplan zu behalten. Schwierig ist nur, neun Lebensmittel über Monate im Blick zu behalten. Genau dafür ist dieser Tracker da.

Die 9 wichtigsten Allergene

In den USA erkennt die Lebensmittelbehörde FDA neun Hauptallergene an:

AllergenSichere erste Form für Babys
MilchNaturjoghurt (Vollfett), Käse oder Milch zum Kochen (vor 12 Monaten nicht als Hauptgetränk)
EiGut durchgegartes Ei: hart gekocht und zerdrückt, als Rührei oder in Omelettstreifen
ErdnussCremige Erdnussbutter, mit Wasser oder Milch verdünnt, oder Erdnusspulver; nie ganze Nüsse
BaumnüsseFeines Nussmus oder fein gemahlene Cashews, Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse
WeizenToaststreifen, weiche Nudeln, Weizenbrei
SojaTofu, Sojajoghurt
SesamSesammus, Hummus
FischZerpflückter Lachs, Kabeljau oder anderer quecksilberarmer Fisch, ohne Gräten
SchalentiereGut durchgegarte Garnelen oder Krabbe, fein gehackt

Außerhalb der USA unterscheiden sich die Listen etwas. Der NHS etwa nennt zusätzlich glutenhaltiges Getreide wie Gerste und Roggen, Bohnen, Linsen und Erbsen, Sellerie und Senf.

Wann beginnen und in welcher Reihenfolge

  • Beginne, sobald die Beikost läuft, meist mit etwa 6 Monaten und nicht vor 4 Monaten. ASCIA empfiehlt gut durchgegartes Ei und Erdnuss bald nach dem Beikoststart.
  • Eines nach dem anderen. Führe immer nur ein neues Allergen ein, damit es bei einer Reaktion einen klaren Verdächtigen gibt. Die AAP schlägt alle 3 bis 5 Tage ein neues Lebensmittel vor; mehr dazu in der 3-Tage-Regel.
  • Für die meisten Babys ist jede Reihenfolge in Ordnung, auch wenn Ei und Erdnuss meist zuerst kommen. Eine Beispielabfolge findest du unter In welcher Reihenfolge Allergene einführen.
  • Bei erhöhtem Risiko vorher abklären. Für Babys mit schwerer Neurodermitis, Eiallergie oder beidem schlagen die Leitlinien des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) Erdnuss schon mit 4 bis 6 Monaten vor, wobei vorher ein Allergietest dringend erwogen werden sollte – sprich also mit deinem Kinderarzt, bevor du sie einführst.

So führst du jedes einzelne ein

  1. Biete eine kleine Menge in einer sicheren Form an, eher früh am Tag.
  2. Beobachte dein Baby etwa 2 Stunden lang genau – in dieser Zeit treten die meisten Sofortreaktionen auf.
  3. Ist alles in Ordnung, biete es in den nächsten Tagen erneut an und steigere dabei die Menge. ASCIA schlägt vor, sie jedes Mal zu verdoppeln, bis eine normale Portion für das Alter deines Babys erreicht ist.
  4. Sobald dein Baby eine normale Portion ohne Symptome isst, markiere es als eingeführt und geh zum nächsten Allergen über.
  5. Behalte jedes eingeführte Allergen mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan.

Allergen-Tracker zum Ausdrucken

Trag das Datum der ersten drei Portionen ein und hake dann jede Woche ab, in der das Allergen angeboten wurde.

Allergen1. Versuch2.3.Wo. 1Wo. 2Wo. 3Wo. 4Wo. 5Wo. 6Wo. 7Wo. 8Notizen
Ei
Erdnuss
Milch
Weizen
Soja
Sesam
Fisch
Schalentiere
Cashew
Mandel
Walnuss
Haselnuss

Tipp: im Querformat drucken. Baumnüsse sind einzeln aufgeführt, weil jede ein eigenes Allergen ist.

Wenn es zu einer Reaktion kommt

Hör auf, das Lebensmittel zu geben. Wähle den Notruf bei Atembeschwerden, pfeifender Atmung, einer Schwellung von Gesicht oder Zunge oder wenn dein Baby blass und schlaff ist. Bei leichteren Symptomen wie ein paar Quaddeln oder einmaligem Erbrechen wende dich an deinen Kinderarzt, bevor du das Lebensmittel erneut anbietest. ASCIA rät, mit den anderen Allergenen weiterzumachen – nach ärztlicher Rücksprache. Unser Reaktionsprotokoll zeigt, was du notieren solltest.

AllerLog als Allergen-Tracker nutzen

AllerLog ist genau für diese Routine gebaut: Allergen markieren, Portion erfassen, danach nachsehen, wie es lief, und dranbleiben.

  1. Allergene sind schon markiertErdnuss, Ei, Milch und Milchprodukte, Fisch, Garnelen und Baumnüsse sind unter den 158 integrierten Lebensmitteln bereits als Allergene markiert, ebenso Lebensmittel mit Weizen, Soja und Sesam wie Brot, Tofu und Sesammus.
  2. Alles andere selbst markierenÖffne eine beliebige Zutat und aktiviere Als Allergen markieren. Auch eigene Lebensmittel lassen sich markieren.
  3. Nach jeder Portion ein CheckEine Stunde nach einer Mahlzeit mit einem markierten Allergen fragt AllerLog, wie es gelaufen ist. Für ganz neue Lebensmittel kommt der Check nach 3 Stunden. Beide Zeitabstände lassen sich anpassen.
  4. Alle an einem OrtDer Filter Allergene unter „Zutaten“ listet alle markierten Lebensmittel auf. Öffne eines, um zu sehen, wie oft und wann es zuletzt serviert wurde.
  5. Muster früh erkennenDas Diagramm jedes Allergens enthält die Bewertungen für Stimmung, Schlaf und Stuhlgang aller Mahlzeiten, in denen es vorkam – so kann sich auch eine langsame, verzögerte Reaktion zeigen.
AllerLog-Zutatenseite mit dem Schalter „Als Allergen markieren“, „Wie oft serviert“ und einem Diagramm, wie Mahlzeiten mit diesem Lebensmittel verliefen

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit der Einführung von Allergenen beginnen?

Bald nachdem dein Baby mit Beikost begonnen hat – bei den meisten Babys mit etwa 6 Monaten und nicht vor 4 Monaten. ASCIA empfiehlt, die häufigen Allergene im ersten Lebensjahr (bis 12 Monate) einzuführen, Ei und Erdnuss bald nach dem Beikoststart.

Gibt es eine Allergen-Tracker-App?

Ja. AllerLog funktioniert als Allergen-Tracker: Häufige Allergene sind in der Zutatenbibliothek markiert, du kannst jedes andere Lebensmittel markieren, jede Portion löst eine Stunde später einen Check aus, und ein Filter „Allergene“ bündelt alle an einem Ort.

Muss ich Allergene weiter geben, nachdem sie eingeführt sind?

Ja. ASCIA empfiehlt, jedes vertragene Allergen mindestens einmal pro Woche zu geben, und der NHS rät, sie zum festen Bestandteil der üblichen Ernährung deines Babys zu machen, um das Allergierisiko möglichst gering zu halten.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. How to introduce solid foods to babies for allergy prevention — ASCIA
  2. Food allergies in babies and young children — NHS
  3. When to introduce egg, peanut butter and other common food allergens — American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org
  4. Addendum guidelines for the prevention of peanut allergy in the United States (NIAID-sponsored expert panel) — Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017
  5. Starting solid foods — American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org
  6. Food allergies: the major food allergens — U.S. Food & Drug Administration

AllerLog ist ein Tracking- und Tagebuch-Tool, das dir und deinem Kinderarzt hilft, Muster zu erkennen. Es ist kein Medizinprodukt und dient nicht der Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Erkrankungen. Diese Seite bietet allgemeine Informationen und keine medizinische Beratung: Sprich immer mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal über die Ernährung, Allergien und Gesundheit deines Kindes. Wenn dein Kind nach dem Essen Atemprobleme, eine Schwellung von Gesicht oder Zunge, großflächigen Nesselausschlag oder wiederholtes Erbrechen hat oder schlapp oder blass wird, ruf sofort die örtliche Notrufnummer an.