Allergene

Wie oft sollte ein Baby ein Allergen bekommen, bevor es als vertragen gilt?

Einmal Erdnuss probiert, keine Reaktion – heißt das, du bist fertig? Nicht ganz. Hier erfährst du, wie die Einführung meist abläuft und warum die eigentliche Aufgabe darin besteht, Allergene auf dem Speiseplan zu halten.

Kurze Antwort

Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Ein gängiger Ansatz, wie ihn die australische Allergie-Fachgesellschaft (ASCIA) beschreibt: mit einer kleinen Menge beginnen und das Lebensmittel, wenn keine Reaktion auftritt, weiter anbieten, wobei die Menge jeweils verdoppelt wird – bis zu einer normalen Portion für das Alter deines Babys. Sobald es vertragen wird, sollte es fester Teil der Ernährung bleiben: ASCIA empfiehlt mindestens einmal pro Woche, und der britische Gesundheitsdienst NHS rät, es zu einem festen Bestandteil der üblichen Ernährung deines Babys zu machen.

Man ist versucht, die Allergen-Einführung als Checkliste zu sehen: Ei, erledigt; Erdnuss, erledigt. Doch ein einzelnes Probieren ohne Zwischenfälle ist der Anfang, nicht das Ende. Am besten schützt du dein Baby, wenn du jedes Allergen bis zu einer normalen Portion steigerst und es dann regelmäßig weiter gibst.

Ein Allergen einführen: ein typisches Vorgehen

  1. Klein anfangen. Biete eine kleine Menge des Allergens in einer sicheren Form an, am besten früher am Tag und untergemischt in ein Lebensmittel, das dein Baby schon isst.
  2. Ein, zwei Stunden beobachten. Die meisten Sofortreaktionen treten innerhalb von Minuten bis zu 2 Stunden auf.
  3. Steigern. Tritt keine Reaktion auf, biete es in den nächsten Tagen erneut an und erhöhe dabei die Menge. ASCIA schlägt vor, die Menge jedes Mal zu verdoppeln, bis eine normale Portion für das Alter deines Babys erreicht ist.
  4. Dranbleiben. Sobald dein Baby eine normale Portion ohne Symptome isst, geh zum nächsten Allergen über, behalte dieses aber auf dem Wochenspeiseplan.

Wenn dein Baby eine schwere Neurodermitis oder eine bekannte Nahrungsmittelallergie hat, frag vor dem Start deinen Kinderarzt. Vielleicht möchte er die Einführung anders planen.

Wann gilt ein Allergen als vertragen?

In der Praxis betrachten viele Familien ein Allergen als etabliert, sobald ihr Baby mehr als einmal eine normale, altersgerechte Portion ohne Symptome gegessen hat. Ein bisschen Erdnussbutter vom Löffel geleckt sagt wenig aus. Eine richtige Portion, mehrmals mit Appetit gegessen, dagegen schon.

Wie oft du Allergene weiterhin anbieten solltest

Das ist der Teil, der am leichtesten in Vergessenheit gerät. ASCIA empfiehlt, jedes häufige Allergen, das dein Baby verträgt, mindestens einmal pro Woche zu geben, weil es die Wahrscheinlichkeit einer Nahrungsmittelallergie verringern kann, wenn diese Lebensmittel fester Bestandteil der Ernährung bleiben. Ähnlich rät der NHS, dass diese Lebensmittel, sobald sie eingeführt sind und vertragen werden, zur üblichen Ernährung deines Babys gehören.

Mit einem einfachen Wochenrhythmus ist das gut machbar:

TagAllergen auf dem Speiseplan
MontagEi: als Rührei oder im Muffin
DienstagErdnuss: verdünnte Erdnussbutter auf Toast
MittwochMilchprodukte: Joghurt oder Käse
DonnerstagFisch: Lachs oder Kabeljau
FreitagSesam: Hummus mit Sesammus
WochenendeWeizen, Soja und alle bereits eingeführten Baumnüsse

Was, wenn es zwischendurch zu einer Reaktion kommt?

Lass das Lebensmittel weg und wende dich an deinen Kinderarzt – oder wähle den Notruf bei Atembeschwerden, einer Schwellung von Gesicht oder Zunge oder einem schlaffen, blassen Baby. Laut ASCIA ist eine Reaktion auf ein Allergen kein Grund, die Einführung der anderen abzubrechen; hol aber ärztlichen Rat ein, bevor du das auslösende Lebensmittel erneut anbietest.

Allergengaben in AllerLog dokumentieren

  1. MarkierenHäufige Allergene wie Erdnuss, Ei, Milchprodukte, Fisch und Baumnüsse sind bereits markiert. Für alles andere aktivierst du Als Allergen markieren.
  2. Jede Portion erfassenJede Mahlzeit mit dem Allergen zählt zu seiner Gesamtzahl und löst eine Stunde später einen Allergen-Check aus.
  3. Den Stand prüfenÖffne das Allergen, um zu sehen, wie oft es serviert wurde, wie seine Durchschnittsbewertung ist und wann es zuletzt serviert wurde.
  4. Lücken erkennenDer Filter Allergene zeigt alle auf einen Blick, so fällt schnell auf, wenn eines vom Speiseplan gerutscht ist.
AllerLog-Zutatenseite mit „Wie oft serviert“, Durchschnittsbewertung, „Zuletzt serviert“ und dem Schalter „Als Allergen markieren“

Häufige Fragen

Heißt ein erstes Probieren ohne Reaktion, dass mein Baby nicht allergisch ist?

Nicht unbedingt. Beim ersten Probieren ist die Menge meist klein, und manche Babys reagieren erst auf eine größere Menge. Deshalb empfehlen Leitlinien wie die der ASCIA, schrittweise bis zu einer normalen Portion zu steigern und das Lebensmittel dann im Speiseplan zu behalten.

Darf ich Allergene kombinieren, sobald sie eingeführt sind?

Ja. Sobald jedes Allergen einzeln eingeführt wurde und gut vertragen wird, kannst du sie in alltäglichen Mahlzeiten kombinieren, etwa Ei und Weizen in Pfannkuchen oder Erdnussbutter auf Toast.

Mein Baby hat eines seiner Allergene seit ein paar Wochen nicht bekommen. Ist das ein Problem?

Lücken kommen vor, etwa durch Krankheit, Urlaub oder eine wählerische Phase. Meist kannst du es einfach wieder anbieten. Nach einer langen Pause oder wenn dein Baby Neurodermitis oder andere Nahrungsmittelallergien hat, frag deinen Kinderarzt, wie du wieder einsteigen solltest.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. How to introduce solid foods to babies for allergy prevention — ASCIA
  2. Food allergies in babies and young children — NHS
  3. Starting solid foods — American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org

AllerLog ist ein Tracking- und Tagebuch-Tool, das dir und deinem Kinderarzt hilft, Muster zu erkennen. Es ist kein Medizinprodukt und dient nicht der Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Erkrankungen. Diese Seite bietet allgemeine Informationen und keine medizinische Beratung: Sprich immer mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal über die Ernährung, Allergien und Gesundheit deines Kindes. Wenn dein Kind nach dem Essen Atemprobleme, eine Schwellung von Gesicht oder Zunge, großflächigen Nesselausschlag oder wiederholtes Erbrechen hat oder schlapp oder blass wird, ruf sofort die örtliche Notrufnummer an.